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2. Erfurt

 

 

 

Nach den 150 ebenfalls von St. Lull in Auftrag gegebenen gesammelten Briefen hat St. Bonifatius 742 in Erfurt ein Bistum gegründet.
Wir erfahren dies aus dem Brief 50.

 

 

"Wir müssen auch Eurer Väterlichkeit mitteilen,
dass wir durch Gottes Gnade…drei Bischöfe bestellt und die Provinz in drei Sprengel eingeteilt haben, und jetzt bitten und wünschen wir, dass die drei Orte oder Städte in denen sie eingesetzt und bestellt sind, durch Urkunden Eurer Machtfülle bestätigt und gesichert werden.
Ein Bischofssitz, so haben wir bestimmt, soll in der Burg sein, die Würzburg heißt; und der zweite in der Stadt, die Buraburg heißt: der dritte an einer Stelle, die Erfurt heißt,
diese war ehedem eine Stadt ackerbautreibender Heiden…."

 

Ein Jahr später am 1. April 743 antwortet Papst Zacharias im Brief 51 und bestätigt alle drei Bistümer, fragt aber an:

 

 

"Deine heilige Brüderlichkeit möge jedoch reiflich überlegen und nach genauer Prüfung entscheiden, ob es zweckmäßig ist oder ob sich erweisen lässt, daß die Orte und die Einwohnerzahlen so sind, daß sie Bischöfe zu haben verdienen.
Denn Du erinnerst Dich, Teuerster, was wir in den kirchlichen Satzungen zu beachten angewiesen haben, daß sie Bischöfe zu haben verdienen…
"

Willibald in der "Vita Bonifatii" Kap. 8 schreibt dazu:

 

 

"Dem Willibald wies er als Hauptsitz seines Sprengels einen Ort an namens Haegstedt (Eichstädt), dem Burchhard aber gab er Amt und Würde an einem Ort, der Wirzaburch (Würzburg) heißt, während er die in den Grenzgebieten der Franken, Sachsen und Slaven gelegenen Kirchen seiner eigenen Pflege unterstellte."

 

Da Erfurt hier nicht mehr erwähnt wird, gehört es wohl zu den in den "Grenzgebieten … gelegenen Kirchen", die Bonifatius 745 mit der Übernahme des Bistums Mainz seiner eigenen Pflege unterstellte.
Der Name dessen, der als Bischof für Erfurt bestellt wurde, wie es im Brief 50 geschrieben steht, ist nicht sicher. Es gibt keine weiteren Nachrichten darüber.


In der katholischen Tradition wird Adolar genannt, weil seine Gebeine nach dem Martyrertod im Gefolge des Bonifatius 754 später in den St.-Marien-Dom überführt wurden. In der wissenschaftlichen Diskussion ist auch Willibald, der Bischof von Eichstädt, da er nach der "Vita des Willibald" in Sülzenbrücken bei seinem Bruder Wunnibald geweiht wurde. Eine Woche später aber reiste er wieder nach Eichstädt zurück, um dort sein Amt als Bischof anzutreten.
Diese Frage muss also aus wissenschaftlicher Sicht offen bleiben.
Hatte Erfurt vor Bonifatius schon ein Kloster auf dem Petersberg?
Aus dem Jahre 706 (nach Heinrich Wagner 711 n.Chr.) ist uns aus einer um 1200 gefälschte Urkunde überliefert, dass Tagebert, König der Franken seine Burg (urbem) Merwingesburc in Thüringen dem Heiligen Petrus schenkte.
In den Annalen des Lambert steht ein Nachtrag in dem der Ort Erfurt genannt ist:

"DCCVI.         Inicium monasterii sancti Petri in Erphesfurt, quod construxit Tagebertus rex Francorum in monte qui antea Merwigisburg vocabatur, sed ab ipso Tageberto Mons Sancti Petri nuncupatus est."

Hat dieser Eintrag des Lampert von Hersfeld um 1070 n.Chr. in seine Annalen diese „Fälschung“ hervorgerufen?

Hans-Joachim Köhler, Oberpfarrer i. R. | hansjoachimkoehler@msn.com