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Ein Weihnachtsteppich im Gildemeisterhaus der Kirchgemeinde Zella-Mehlis

von Annemarie Rehfeld geb. Liesegang

 

 

 

Im Gildemeisterhaus, dem Gemeindehaus der Kirchgemeinde der St. Magdalenenkirche in Mehlis hängt in der Adventszeit ein außergewöhnlicher Teppich der Suhler Künstlerin Annemarie Rehfeld geb. Liesegang. Schon in seiner äußeren Gestaltung als runder Wandteppich fällt er auf. Wir schauen auf ihn wie in einen runden Spiegel, der uns Bilder der Ewigkeit in unser irdisches Leben hineinspiegelt. Die Suhler Künstlerin hat die biblischen Geschichten der Advents- und Weihnachtszeit mit ihren künstlerischen Zeichen hinein gewebt.
 

Was erkennen wir?
 

Da ist in der Mitte das Geschehen der Christgeburt. Maria sitzt mit dem Jesuskind auf dem Schoß; Josef hat den Arm um sie gelegt und schützt mit einer Geste seiner Hand das Kind; Hirten mit ihren Schafen und Könige mit Geschenken stehen und knien davor, um es anzubeten. Ein Stern leuchtet im Stall und über dem Dach singen die himmlischen Heerscharen „Ehre sei Gott in der Höhe“! Dieser Lobgesang der Engel steht auch als Text in dem äußeren Kreissegment.
 

Dieser ist in 12 Segmente aufgeteilt, die alle die Vorbereitung auf dieses weihnachtliche Geschehen darstellen, wie sie im Lukas- und im Matthäusevangelium im ersten und zweiten Kapitel beschrieben sind.
Fangen wir oben links mit dem Spruch „Fürchte dich nicht, Maria“ an.  

 

Im Lukasevangelium steht dazu (Lukas 1,26-33):
„Und im sechsten Monat wurde der Engel Gabriel von Gott gesandt in eine Stadt in Galiläa, die heißt Nazareth,  zu einer Jungfrau, die vertraut war einem Mann mit Namen Josef vom Hause David; und die Jungfrau hieß Maria. Und der Engel kam zu ihr hinein und sprach: Sei gegrüßt, du Begnadete! Der Herr ist mit dir!  Sie aber erschrak über die Rede und dachte: Welch ein Gruß ist das?  Und der Engel sprach zu ihr: Fürchte dich nicht, Maria, du hast Gnade bei Gott gefunden. Siehe, du wirst schwanger werden und einen Sohn gebären, und du sollst ihm den Namen Jesus geben. Der wird groß sein und Sohn des Höchsten genannt werden; und Gott der Herr wird ihm den Thron seines Vaters David geben,  und er wird König sein über das Haus Jakob in Ewigkeit, und sein Reich wird kein Ende haben“.


Maria steht  erschrocken sich abwendend da. Das Bild rechts neben diesem Spruch zeigt dagegen Maria, wie sie sich dem Engel zuwendet und in den Lobgesang einstimmt.  Im Bibeltext (Lukas 1, 34-38) steht:


„Da sprach Maria zu dem Engel: Wie soll das zugehen, da ich doch von keinem Mann weiß? Der Engel antwortete und sprach zu ihr: Der heilige Geist wird über dich kommen, und die Kraft des Höchsten wird dich überschatten; darum wird auch das Heilige, das geboren wird, Gottes Sohn genannt werden. Und siehe, Elisabeth, deine Verwandte, ist auch schwanger mit einem Sohn, in ihrem Alter, und ist jetzt im sechsten Monat, von der man sagt, dass sie unfruchtbar sei. Denn bei Gott ist kein Ding unmöglich. Maria aber sprach: Siehe, ich bin des Herrn Magd; mir geschehe, wie du gesagt hast. Und der Engel schied von ihr.“ und später singt sie V. 46 f.:“Meine Seele erhebt den Herrn, und mein Geist freuet sich Gottes, meines Heilandes;…“

 

Maria nimmt ihren Auftrag von Gott demütig an und erzählt es in der nächsten Szene neben dem Spruchsegment ihrer Verwandten, der Frau des Priesters Zacharias, Elisabeth. Nun wird ihre besondere Situation auch von Elisabeth erkannt, sie fragt Maria Lukas 1, 43-45:
„Und wie geschieht mir das, dass die Mutter meines Herrn zu mir kommt? Denn siehe, als ich die Stimme deines Grußes hörte, hüpfte das Kind vor Freude in meinem Leibe.  Und selig bist du, die du geglaubt hast! Denn es wird vollendet werden, was dir gesagt ist von dem Herrn.“
Wir sehen die beiden Frauen im Gespräch.
 

Im nächsten Kreissegment machen sich Josef und Maria auf die Reise zur Volkszählung. Josef hat den Hirten- und Wanderstab in seiner Hand; Maria trägt über ihrem roten Kleid der Liebe Gottes den grünen Mantel der Hoffnung, wie ihn der Engel trug. Lukas schreibt Kapitel 2, 1-5:
„Es begab sich aber zu der Zeit, dass ein Gebot von dem Kaiser Augustus ausging, dass alle Welt geschätzt würde. Und diese Schätzung war die allererste und geschah zur  Zeit, da Quirinius Statthalter in Syrien war. Und jedermann ging, dass er sich schätzen ließe, ein jeder in seine Stadt. Da machte sich auf auch Josef aus Galiläa, aus der Stadt Nazareth, in das jüdische Land zur Stadt Davids, die da heißt Bethlehem, weil er aus dem Hause und Geschlechte Davids war, damit er sich schätzen ließe mit Maria, seinem vertrauten Weibe; die war schwanger.“


Im nächsten Kreissegment erscheint der Engel einem Hirten, die anderen Hirten stehen vier Kreissegmente weiter. Während der erste Hirte noch zuhört, machen sich die anderen Hirten schon bereit, um zur Krippe zu gehen. Ihnen allen erscheinen die „Menge der himmlischen Heerscharen“ zwischen den beiden Spruchsegmenten. Ihnen gilt das Wort des Engels: „Fürchtet Euch nicht“ und alle stimmen bis heute in den himmlischen Lobgesang der Engel mit ein: „Ehre sei Gott in der Höhe“!

 

Im Lukasevangelium steht dies so (Lukas 2, 8-15):
„Und es waren Hirten in derselben Gegend auf dem Felde bei den Hürden, die hüteten des Nachts ihre Herde. Und der Engel des Herrn trat zu ihnen, und die Klarheit des Herrn leuchtete um sie; und sie fürchteten sich sehr. Und der Engel sprach zu ihnen: Fürchtet euch nicht! Siehe, ich verkündige euch große Freude, die allem Volk widerfahren wird;  denn euch ist heute der Heiland geboren, welcher ist Christus, der Herr, in der Stadt Davids. Und das habt zum Zeichen: ihr werdet finden das Kind in Windeln gewickelt und in einer Krippe liegen. Und alsbald war da bei dem Engel die Menge der himmlischen Heerscharen, die lobten Gott und sprachen: Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens. Und als die Engel von ihnen gen Himmel fuhren, sprachen die Hirten untereinander: Lasst uns nun gehen nach Bethlehem und die Geschichte sehen, die da geschehen ist, die uns der Herr kundgetan hat.“

 

Nun fehlt noch das letzte Kreissegment mit den drei Weisen aus dem Morgenland. Einer von ihnen trägt eine Krone; sie folgen dem Stern, der ihnen den Weg zu dem Herrn der Welt zeigt.
Im Matthäusevangelium Kapitel 2, 9 steht:
„Und siehe, der Stern, den sie im Morgenland gesehen hatten, ging vor ihnen her, bis er über dem Ort stand, wo das Kindlein war.“
Diesen Stern sehen wir nun wieder über dem Stall. Die Engel, Maria und Josef, die Hirten mit den Schafen die Weisen aus dem Morgenlande sind unter dem schützenden Dach des Stalles geborgen in dieser irdischen Welt, deren Spiegel in das himmlische Reich Gottes weist.
 

Die Künstlerin Annemarie Rehfeld geb. Liesegang stellt mit den 12 Kreissegmenten der Uhr das Geschehen der Christgeburt in die Mitte der Zeit, als sie erfüllt war. Sie hat ein kompliziertes Gegenüber der einzelnen Szenen, nicht nur zu den Spruchsegmenten, sondern auch der Bildgruppen untereinander zu einer Ikonographie zusammengestellt, die vielgestaltig einander ergänzen und auslegen. Wir dürfen uns mit unseren Betrachtungen in dieses Geschehen der Heiligen Nacht mit hinein nehmen lassen. Gottes Sohn wird nun der Mensch Jesus; der Mensch, der das Vorbild für das Menschenbild des Menschen ist; der Mensch, der darüber hinaus das Bild Gottes in unser Menschenbild hineinleuchtet; der Mensch, der die Menschwerdung des Menschen erst ermöglicht. 

   

Der Mensch ragt aus der Schöpfung Gottes heraus, weil Gott ihn als sein Gegenüber, als Mensch geschaffen hat. Als Mensch kann er über das Geschaffene hinaus den Schöpfer erkennen und in dem Kind in der Krippe den menschensohn, der beide Dimensionen des irdischen und des himmlischen Lebens zusammenführt.

  

Hat die Künstlerin Annemarie Rehfeld dies in der geöffneten Acht der Verzierungen angedeutet? Noch sind beide Dimensionen des Lebens nicht geschlossen. Der Menschensohn ist Mensch geworden, aber das Kreuz schließt erst die Kreise der Unendlichkeit zusammen. Wir dürfen aber schon in jedem Gottesdienst in das Lob der Engel einstimmen:

"Ehre sei Gott in der Höhe und Friede auf Erden bei den Menschen seines Wohlgefallens."
 

Wir wünschen uns allen dazu
eine gesegnete Advents- und Weihnachtszeit als Menschen des Menschensohnes Jesu


Ihre

 

Brigitte und Hans-Jaochim Köhler
 


 

 

 

 

 

 


 

 

 

 

Liebe Freunde, Verwandte und Bekannte, liebe Netzpilger!

 

Der Mensch im Segen Gottes

 

Monatsspruch für August 2009

 

"Der HERR segne dich und behüte dich;

der HERR lasse sein Angesicht leuchten über dir und sei dir gnädig;

der HERR hebe sein Angesicht über dich und gebe dir Frieden."
Num 6,24-26 (L)

 

Der Segensspruch aus dem 4. Buch Mose zeigt in besonderem Maße die Verbundenheit des einzelnen Menschen mit Gott dem Herrn. Er zeigt dass Gott der Schöpfer des Menschen ist und dass der Mensch seine vergangenheit, seine Gegenwart und seine Zukunft aus den Händen Gottes bekommt. Der Priester oder Pfarrer, der diesen Segen Gottes in jedem Gottesdienst weiter gibt, bindet das Leben des einzelnen Menschen in das große Geschehen der Heilsgeschichte Gottes ein. Der einzelne Mensch mit seinen Problemen ist nun nicht mehr alleine. Er weiß sich eingebunden seit der Erschaffung des Weltalls, der Entstehung der Erde, der Entwicklung der Pflanzen, Tiere und des Menschen.  Dieses Geschehen wird von den meisten Völkern in ihren Mythen erzählt und dargestellt. Im Urlaub habe ich ein Gemälde aus Jamaika von Susan Sondern bekommen. Sie malt in der Tradition der Taino-Indianer, die die Karibinsekn von Mittelamerika aus besiedelten. Auch hier wurde das Geschehen der Entstehung des Alls und der Menschen in alten Felsenmalereien dargestellt. Wir sehen hier ein Bild solcher Petroglyphen.

 

 

Susan ist in ihrem Sinne eine Nachkommin der Taino-indianer aus der Dominikanischen Republik und hat sich diese Felsbilder zum Vorbild genommen und ihr Bild danach gestaltet.

Oben rechts sehen wir die Sonne als Spirale und Symbol des Lichtes und des Weltalls. Links davon entsteht aus den über das ganze Bild zerstreuten "Wurzeln des Lebens" ein Fischgerippe, das im unteren Teil auf der loinken Seite zu einem Fischgerippe mit Menschenkopf wird.  Unten rechts ist dann ein Mensch in hockender Haltung zu sehen. In der Mitte des Bildes ist nun in dem Kreis der Unendlichkeit ein Menschenpaar zu erkennen, das in diesem Kreis als Symbol der Zweisamkeit im Zeichen des hellen Vierecks als Symbol der Endlichkeit dieser Erde und darüber hinaus im Segen der Unendlichkeit wirkt.

 

 

Der Mensch im Segen Gottes.

Diese Sehnsucht und diese Erfahrung suchen die Menschen aller Völker bis heute. Vertrauen wir doch dem Herrn der diesen Segen seinen Menschen bis heute weitergeben will. So können wir Frieden mit Gott und damit auch mit den Mitmenschen finden.

 

Zella-Mehlis im August 2009

Ihr / Euer

Hans-Joachim Köhler

 

 

 

 

Himmelfahrt

 

"Und es geschah, als Jesus sie (die Jünger) segnete, schied er von ihnen und fuhr gen Himmel."

Lukas 24,51

 

"Heaven is a wonderfull place"

heißt es in einem Spiritual: "Der Himmel ist ein wundervoller Ort".

 

 

 

Wer einmal ganz bewusst einen Sonnenuntergang erlebt hat, wie wir das in diesem Jahr im "Riu Montego Bay" auf Jamaika erleben durften, der bekommt ein Gefühl dafür, was das Spiritual ausdrücken möchte. Man ist durch dieses Naturschauspiel des Sunset hineingenommen in die Transzendenz des Geschehens zwischen Himmel und Erde.

Diese Überschreitung der Grenzerfahrung (Transzendenz) nimmt einen Betrachter ganz gefangen. Man wird mit hineingenommen, ja hineingezogen in den Sonnenuntergang. Man hört förmlich die Sonne im Meer "zischen", wenn sie in fünf Minuten hinter dem Wasser untergeht. Ein Foto kann dieses ganz persönliche Erleben nur sehr unvollkommen wieder geben. Es ist ein wundervoller Ort und ein wundervolles Erleben. Man ahnt etwas von dem himmlischen Geschehen zwischen Himmel und Erde, wenn man am Ufer des Karibischen Meeres steht und dieses Naturschauspiel erlebt. Es ist eine Grenzerfahrung, die man so leicht nicht wieder vergisst.

 

So ähnlich muss es auch den Jüngern ergangen sein, als sie nach dem Lukasevangelium mit Jesus nach Bethanien zogen und von ihm gesegnet wurden.

 

"Und es geschah, als Jesus sie (die Jünger) segnete, schied er von ihnen und fuhr gen Himmel."

steht im Lukasevangelium Kapitel 24, Vers 51.

 

Diese Überschreitung der menschlichen Grenzerfahrung hat sie so fasziniert, dass sie ihn buchstäblich "auffahren" sahen. Sie wurden von Jesus Christus mit hineingenommen, ja hineingezogen in dieses Geschehen zwischen Gottes Himmel und Gottes Erde. Sie konnten sich nicht entziehen und beteten ihn an.

 

Diese Faszination haben sie nun mit dürren einfachen Worten zum Ausdruck gebracht, die das Gefühl der Freude dieses Geschehens nur ganz unvollkommen wiedergeben können.

Aber dieses Geschehen hat ihr kommendes Verhalten nachhaltig beeinflusst. Sie kehrten wieder um nach Jerusalem. Aber nun nicht mehr in ihr altes Leben zurück sondern mit einer neuen Erfahrung der Gegenwart Gottes in ihrem Leben, die sie  mit "großer Freude" erfüllte, die ihr Leben veränderte. Sie mussten davon weiter erzählen und berichten, wenn es auch nur mit solchen dürren unvollkommenen Worten geschah, die uns heute im Lukasevangelium überliefert sind.

 

Wir wünschen  Euch und Ihnen in dieser Zeit, in der wir die Himmelfahrt Jesu und des Kommen seines Heiligen Geistes feiern, solch eine gesegnete Transzendenzerfahrung, die solche Grenzen unseres Lebens und unserer Erfahrung überschreitet. So können wir einstimmen in das Spiritual "Heaven is a wonderfull place" und Kraft für unser kommendes Leben bekommen.

 

Zella-Mehlis im Mai 2009

 

Eure / Ihre Brigitte und  Hans-Joachim Köhler

 

 

 

Ihr Hans-Joachim Köhler

   

 

 

 

Aschermittwoch

 

Die fünfte Jahreszeit ist vorbei

 

Gott sei Dank, der Alltag regiert uns wieder.

 

Was in den Faschingsreden an Politik und Geschehen des vergangenen Jahres aufs Korn genommen wurde, ist wieder alltägliches Geschehen. Wir haben eine Auszeit davon genommen, es satirisch verarbeitet, darüber gelacht. Nun kommt nicht nur der politische Aschermittwoch wieder, auch unser Leben braucht wieder Gestalt und Richtung. Eine Richtung die nach der Fülle des Möglichen nun nach einer Reduzierung des Möglichen sucht, um überschaubar zu bleiben.

Fasten ist angesagt. Nachdenken über das Notwendige, reduzieren des Lebens auf das Wichtige.

 

Aber was ist wichtig?

Jeder wird für sich das für sein Leben Wichtige selbst definieren müssen. Diese lebensbestimmende Arbeit bleibt keinem Menschen erspart; das ist schon eine Form des Fastens!

 

Der Glaube an Gott und seinen Sohn Jesus Christus, von dem diese Zeit der Passion und des Fastens ausgeht, an den diese Passionszeit erinnert; dieser Glaube will gelebt und erlebt werden. Darauf richtet sich die Konzentration der Fastenzeit. Diese Reduzierung der Lebensgewohnheiten bringt nun einen neuen Gewinn:das Wissen um die Fülle des Lebens durch Gott!

 

Was ist aber nun mit denen, die nicht an Gott glauben können?

Was ist mit denen, die sagen: "Gott sei Dank, Gott existiert nicht."

oder, wie es das russische Sprichwort weitersagt: "Wenn aber, was Gott verhüten möge, Gott doch existiert?"

Was ist dann?

 

Das Nachdenken und das Bedenken solcher Lebensfragen bleiben für unser Leben nicht ohne Auswirkung.

Egal, wie Sie in dieser Frage entscheiden, Ihr Leben verändert sich danach.

Für Suchende sei an dieser Stelle ein Buch empfohlen, das dieses russische Sprichwort zum Ausgangspunkt nimmt und dieser Frage beschaulich, amüsant und kurzweilig durch die Philosophie, Psychologie und Theologie nachgeht.

 

Manfred Lütz: Gott -  eine kleine Geschichte des Größten

Pattloch Verlag GmbH & Co. KG, München

ISBN 978-3-629-02158-8

 

Ich wünsche Ihnen in dieser Passionszeit diese Reduzierung des Lebens auf seine lebenswichtigen Funktionen, damit Sie mit dieser Reduzierung die Fülle des Lebens erkennen und sich ihm anvertrauen.

 

Ihr

 

Hans-Joachim Köhler

 

        Erkenntnis


"Ich!"

"Ich!"


Das kenne ich!
Ich bin ich!
Ich kenne mich!
Ich weiß, wie ich heiße!
Ich habe einen Namen!
Ich weiß, was ich bin!
Ich weiß, was ich will –

na ja, wenigstens manchmal.
Ich bin Person!
Ich bin eine Persönlichkeit!                                                                                                      Foto: Hans-Joachim Köhler
Ich bin Ich!


"bin"

Bin ich?

"Ich bin!"

 

Da habe ich ja schon
das zweite Wort kennen gelernt:
„bin“
Ich bin!
Ich bin da!
Ich existiere!
Andere können mich nicht übersehen.
Wenn sie mich übergehen,
schreie ich.
Alle sollen es wissen:
Ich bin!


"der"

„Ich bin der“

Ich bin der,
der auf sich aufmerksam macht.
Das kann manchmal provokativ fordernd,
das kann aber auch sehr zurückhaltend sein.
Ich bin der,
der nicht übergangen werden will.
Ich bin der,
der sein Recht auf Existenz einfordert.
Ich bin der...

"Herr"

„Ich bin der Herr!“

Ich weiß doch, dass ich der Größte bin,
in meinem Leben.
Ich bin der Wichtigste.
Das war ich schon bei meiner Geburt.
Alle haben sich zuerst um mich gekümmert -
wie ich aussehe, wie ich schreie,
ob es mir gut geht.
Selbst die, die mich gebar,
war ganz hingerissen von mir.
Ich bin der Herr.

"dein"

„Ich bin der Herr, dein...“

Au! Da ist ja noch etwas!
Etwas, das außer mir existiert.
Etwas, das zu meinem Ich in Beziehung steht.
Ich habe ein Gegenüber,
mit dem ich mich in Verbindung setzen kann.

Du bist dein Ich !
Ich bin dein Du !“


Ist das der Herr, mein Erzeuger?

"Gott !"

„Ich bin der Herr, dein Gott!“

Ach du meine Güte!
Bisher ging es ja nicht nur um mich!
Hier ging es um ein Gegenüber.
Hier ging es um Gott!

Er ist da, wie ich.
Er ist Person, wie ich.
Und er ist Persönlichkeit, wie ich.

Ist er auch mein Gegenüber?


Gott sagt auch „Ich“ von sich.
Und er sagt: „Ich bin !“
Und: „Ich bin der... !“
Er sagt: „Ich bin der Herr !“

Ja sogar:

„Ich bin der Herr, dein Gott !“


So ist er mein Gegenüber  –


Ob ich dies nun will oder nicht !




Meditation zu 2. Mose 20, 2

„Ich bin der Herr, dein Gott!“



© by
hansjoachimkoehler@msn.com Januar 2003
 

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Der Schritt

Du stehst!

Das erste Mal
Hast du dich hochgezogen,
Wagst einen ersten Schritt.
Und fällst.
Und gibst nicht auf.
Du ziehst dich hoch,
Und stehst!
Wagst
Deinen Schritt!
Und einen mehr.
Und fällst,
Und gibst nicht auf.
Lässt an die Hand dich nehmen,
Und gehst nun Schritt für Schritt,
Von meiner Hand begleitet.

Und dann auch ohne mich.

Wenn dann du fällst,
Und gibst nicht auf,
Und wagst den nächsten Schritt.
So wirst du geh´n -
Und steh´n
In deinem Leben.

Und ich geh mit!

Bis du
Mich führst,
Dann,
Schritt
Um
Schritt.

 


Allen Kindern und Enkeln -

© by hansjoachimkoehler@msn.com 03.05.2005

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Gert Weber: Bonifatius 1 Ohrdruf

 

Gedanken zum Bild von Gert Weber „Bonifatius 1 Ohrdruf“

Zur Konzert-Performance am 03.Juni 2004 in der St. Trinitatiskirche in Ohrdruf hat der Gräfenhainer Maler Gert Weber dieses Bild gemalt, während Prof. Hans-Günter Wauer an der Orgel und Warnfried Altmann, Saxophon, Werke von Frescobaldi, Pachelbel, Bach, eigene Werke und Improvisationen spielten. Es nimmt das Thema der Festwoche zum 1250. Todestag des Heiligen Bonifatius auf. Musikalisch entwickelte sich das Konzert über geistliche Choräle und Werke, wie „Allein Gott in der Höh sei Ehr“, „Nun bitten wir den Heiligen Geist“ und einem „Gregorianischen Introitus“ bis zu einer Improvisation mit Namen „Kulmination“, also der Zusammenballung von Kräften und Gewalten wie bei einem Gewitter. Es folgte ein Saxophon-Solo „Keine Gewalt“, dass der Künstler auch optisch nachvollziehbar mit dem Saxophon in alle vier Himmelsrichtungen rief. Beendet wurde dieses Konzert musikalisch durch Improvisations-Bausteine mit der Melodie des Chorals „Verleih uns Frieden gnädiglich“.


Nun sind die Musikstücke mit dem Titel „Keine Gewalt“ und „Verleih uns Frieden gnädiglich“ Reminiszenzen an das Geschehen der Wendezeit von 1989, in denen dieser Ruf  und der Choral die Friedensgebete begleiteten. Sie wurden nun ganz bewusst mit dem Gedenken an den Tod des Bonifatius zusammengefügt. Damit wurden zwei Ereignisse verbunden, die über eintausenzweihundert Jahre auseinander liegen.

Der Maler Gert Weber malte nun synchron zur Musik dieses Bild.
Wir erlebten, wie die Köpfe und Figuren in einer harmonischen Einheit mit der Musik gestaltet wurden. Man konnte einzelne Gestalten erkennen und zuordnen. Mit der Kulmination der Musik trat immer mehr Spannung in das Bild, so weit, dass man als Zuschauer und Zuhörer die „Schwarzmalung“ des Bildes auch körperlich und psychisch kaum verkraften konnte. Es ging ein Stöhnen durch die Reihe der Konzertbesucher. Erst der Schluss des Konzertes mit den „Bausteinen“ und der Melodie des Chorals „Verleih uns Frieden gnädiglich“ baute die Zuhörer und „Zuschauer“ wieder auf. Gert Weber nahm ein Teil der „Schwarzmalerei“ wieder zurück. Die Spannung aber ist auf dem Bild deutlich zu sehen.
Stilistisch wird das Bild durch die Götzenfigur, die auf dem ersten Blick wie ein Kreuz aussieht, geteilt. Zwei „Affengesichter“ (Luther: Affe Gottes!) am Fuß und auf dem Pfahl zeigen die Götzenstele an. Sie grabscht nach dem auf der linken Seite stehenden Kreuz als wolle sie es vereinnahmen oder zerstören. Viele Menschen sind zu sehen, ihre Gesichter drücken Verwunderung, Verzweiflung aus. Sie sind erschrocken, verstört, verunsichert. Was geht hier vor? Wem kann man vertrauen? Was wird geschehen?
Standfest ist das Götzenbild nicht mehr, es neigt sich zur Seite. Zu der Seite, auf der mit dem Bischofsstab Bonifatius zu erkennen ist. Er hält den Bischofsstab schützend hoch und wird doch in den Fall des Götzen mit hineingenommen. Er wird sterben, am 5. Juni 754. Aber mit seinem Tode wird der Glaube an den Gekreuzigten gestärkt werden. Das ganze Mittelalter wird durch dieses Leben und Wirken des Bonifatius, auch durch seinen Tod, geprägt. Der Glaube an den Gekreuzigten wird wachsen.
Das war es, was Bonifatius mit seinem Leben und Wirken auf dem Festland, östlich des Rheins erreichen wollte. Spannungsgeladen blieb die Entwicklung des Christentums bis in unsere Tage. Wendepunkte wurden auch durch das Christentum gestaltet. Aber immer bleibt das Gebet, das die Menschen in jeder Situation an Gott richten können: „Verleih uns Frieden gnädiglich“. Der Wunsch und das Gebet begleiten uns durch alle Zeiten.
So haben wir ein spannungsreiches und spannendes Konzert erleben können, das nun auch einen Extrakt in dem Bild von Gert Weber gefunden hat.

Hans-Joachim Köhler
 

 

 

 Gert Weber: Bonifatius 2 Erfurt

 


Gedanken zum Bild von Gert Weber „Bonifatius 2“ Erfurt   


Zum Kirchentag am 5. Juni 2004, dem 1250. Todestag des Heiligen Bonifatius, fand in der Severikirche in Erfurt noch einmal das oben beschriebene Konzert statt. Da es aber mit dem gleichen Musikstücken improvisiert wurde, änderte sich mit der Musik auch das Bild. Es wirkt nicht mehr so dramatisch und ist doch voller Spannung.
In der Mitte unter der Sonne befindet sich eine Figur zu der die anderen Menschen in einer Beziehung stehen. Sie fallen vor ihr nieder, beten sie an, wenden sich ihr zu oder kehren ihr auch den Rücken. In den Gesichtern erkennen wir das Erstaunen, das Zutrauen oder die Ablehnung. Ist diese Figur nun Bonifatius oder der Gekreuzigte selbst, der sich den Menschen zuwendet? Ist die Botschaft des Gekreuzigten, die Bonifatius ausbreiten möchte, mit dem Botschafter verschmolzen? Er erleidet das gleiche Schicksal. Er wird sein Leben geben, um dieser Botschaft willen. Aber der Schatten, der sich über dieses Bild legt, wird durch die Sonne im Hintergrund hervorgerufen. Nicht das Dunkle siegt, sondern die Sonne breitet trotz des Schattens ihre Strahlen über dieses Bild.

So ist dieses zweite Bild eine gute Ergänzung zu dem Bild, das in Ohrdruf zum Leben und Wirken des Bonifatius entstand.


Hans-Joachim Köhler
 

 

 

heißt es in einem Spiritual "Der Himmel ist ein wundervoller Platz, ein wundervoller Ort"!

Nun, mit Heaven ist natürlich nicht Sky, das Weltall gemeint sondern der Himmel Gottes. Natürlich ist auch das Weltall ein wunderschöner Ort, das bezeugen schon die wundervollen Foto-Aufnamen die unter anderen von dem Weltallteleskop Hubbel bisher veröffentlicht wurden. Natürlich ist auch die Erde ein wundervoller Ort, auf dem es sich zu leben lohnt. Besungen aber wird in diesem Spiritual der Himmel Gottes, zu dem Jesus nach den Worten des Lukas-Evangeliums auffuhr.

 

"Nicht wo der Himmel ist, ist Gott, sondern wo Gott ist , ist Himmel." sagt Gerhard Ebeling.

 

Wir dürfen uns unter "Himmel" noch sehr viel schöneres und wundervolleres vorstellen, als alle wundervollen Orte dieser Erde und dieses Ws eltalls zusammengenommen.

Wenn Sie an diesem Himmelfahrtstag die wundervolle Natur und die wundervolle Schöpfung Gottes auf dieser Erde und im Weltall genießen, dürfen Sie sich daran erfreuen und bekommen schon eine Vorahnung von Gottes Herrlichkeit, die über alle von Menschen erfahrbare Wirklichkeit hinausgeht.

 

Ich wünsche Ihnen diese Erfahrung des geöffneten Himmel Gottes an diesem Tag der Himmelfahrt Jesu.

 

Ihr Hans-Joachim Köhler 

 

 

 

 

 

 

 

 

Liebe Freunde, Verwandte und Bekannte, liebe Netzpilger!

 

Die Menschwerdung des Menschensohnes

 

 

 

 

 

Auferstehung Jesu - Ostern

 

„Der Herr ist wahrhaftig auferstanden und Simon erschienen“
Lukas 24, 34 


Zwei Jünger befinden sich auf dem Weg nach Emmaus. Sie können nicht glauben, was da alles geschehen ist. Sie begegnen einem Mann und diskutieren mit ihm.
„Auch haben uns erschreckt etliche Frauen aus unserer Mitte; die sind früh bei dem Grab gewesen, haben seinen Leib nicht gefunden, kommen und sagen, sie haben eine Erscheinung von Engeln gesehen, welche sagen er lebe“ argumentieren sie und gehen weiter von Jerusalem weg.
Sie trauen dem Geschehen der Auferstehung nicht. Wie kann man die Auferstehung Jesu auch rationell begreifen?
Sie entfernen sich immer weiter.
Damit wird das Geschehen in Jerusalem noch einmal in Gedanken verarbeitet und dann ist es bloß noch eine vage Erinnerung.
Sie gehen weiter ihrem Alltag entgegen.
Wenn da nicht dieser Mensch an ihrer Seite wäre, der immer wieder nachfragte und Zusammenhänge aufzeigte, die sie noch weiter verunsicherten.
Diese Begegnung führt sie noch mehr in die Dunkelheit ihrer Sinne. Sie wollen nicht allein bleiben mit ihren Zweifeln und ihrer Ratlosigkeit.
Es wird  Abend und sie nötigen den Fremden: „Bleibe bei uns; denn will Abend werden, und der Tag hat sich geneigt.“ Der Fremde bleibt, isst mit ihnen und bricht das Brot, ganz so, wie es Jesus drei Abende vorher tat.
Jesus? - „Da wurden ihnen ihre Augen geöffnet, und sie erkannten ihn.“
Ein Geschehen, dass nicht mit dem Verstande geklärt werden kann und das doch das Leben der Zweifelnden bis heute verändert.
Wer dies selbst erfahren hat muss auch weitererzählen, was ihm auf dem Wege geschehen ist und wie er oder sie Jesus erkannte, während er das Brot brach.
Wir wünschen uns allen solch eine innere Erfahrung der Auferstehung Jesu in diesen Passions- und Ostertagen.

 


Ihre Brigitte und  Hans-Joachim Köhler, Opfr. i.R.

Hans-Joachim Köhler, Oberpfarrer i. R. | hansjoachimkoehler@msn.com